Mit Bus und Bahn nicht immer wie gewünscht ans Ziel
Neunkircher Bahnhof nicht behindertengerecht ausgebaut
Nicht alle Busse für Elektrorollstühle geeignet Behinderte, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, haben trotz vieler Verbesserungen immer noch mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen. SZ-Leser Axel-Josef Biehl kann ein Lied davon singen.
Als 54-jähriger Frührentner mit kleiner Rente, zu 90 Prozent schwerbehindert, ausgestattet mit Pflegestufe 1 und einem Elektro-Rollstuhl fühlt sich Axel-Josef Biehl aus Neunkirchen in vielen Bereichen des Alltags benachteiligt. In Neunkirchen sieht er sich beispielsweise allerlei Schwierigkeiten im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) ausgesetzt. Wie Biehl der SZ schilderte, ist er auf den ÖPNV angewiesen, da er kein Auto besitzt.
So ärgert sich Biehl mächtig darüber, dass der Neunkircher Bahnhof nicht behindertengerecht ausgebaut ist. Er müsse auf jeden Fall von Gleis 25 starten, was bedeute, dass er erst nach Homburg fahren müsse, um nach Saarbrücken zu gelangen. Das Saarbrücker Gleis ist nämlich in der Tat für einen Rollstuhlfahrer mangels Fahrstühlen nicht zu erreichen.
Auch mit der Neunkircher Verkehrsgesellschaft (NVG) ist Biehl gar nicht glücklich. Entweder würden die Fahrer nur ungern oder gar nicht die notwendige Einstiegsrampe ausklappen. Außerdem sei ihm beschieden worden, wenn sich bereits ein Kinderwagen im Bus befände, könnte kein Rollstuhl mehr befördert werden.
Auf Anfrage der SZ betonte der Technische Leiter der NVG, Gerhard Schmidt, dass das NVG - Personal bemüht sei, Rollstuhlfahrern den Transport zu ermöglichen. Doch könne es zu Stoßzeiten (Schüler- und Berufsverkehr) vorkommen, dass die Fahrer ihren Arbeitsplatz am Steuer aus Sicherheitsgründen nicht verlassen könnten, um die Rampe für einen Rollstuhl in Funktion zu setzen. Wenn genug Platz in dem Fahrzeug sei, könnten aber auch durchaus mehrere sperrige "Fahrzeuge" wie Kinderwagen oder Rollstühle befördert werden. Das hänge von der jeweiligen Situation im Bus ab. "Allerdings gibt es in jedem Bus nur einen Bereich, wo ein Rollstuhl auch angeschnallt werden kann", so Schmidt, der bedauert, wenn Behinderte nicht in jedem Fall einem Platz im Bus bekämen. Elektrorollstühle mit ihren kleinen Rädern und dem hohen Gewicht seien aber grundsätzlich schwerer zu verladen als normale Rollstühle. Rollstuhlfahrer könnten, so Schmidt, vor Fahrtantritt bei der NVG erfahren, welche Haltestellen und welche der eingesetzten Busse für Rollstühle geeignet seien.
So fing Alles an ...

Behinderte
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